Samsung Galaxy Tab S3

▩ Verpackung ▩

Geliefert wird das neue Premium Tablet von Samsung in einem schwarzen einfachen Karton. Ein Stofffolienschuber hüllt das Tablet ein. Sowohl auf eine Folie für der Vorder- und Hinterseite zum weiteren Schutz während des Transportes des Tablets als auch auf Kopfhörer im Lieferumfang wird seitens Samsung verzichtet. Damit wird die Verpackung einfach und dezent gehalten. Den fehlenden Kopfhörern muss ich nicht hinterher weinen, da ich das Tablet sowie mein Smartphone zumeist mit Over-Ear Kopfhörern von Bose betreibe.

▩ Optik ▩

Das Design des Tablets kann sich sehen lassen. Dabei wurde Glas und Metall einwandfrei miteinander kombiniert. Die Optik des Tab S3 ist stark an das Galaxy S7 beziehungsweise Note 7 angelehnt. Das Samsung Galaxy Tab S3 präsentiert sich in einem seht schlanken Glasgehäuse, das in einen Metallrahmen eingefasst ist. Das Tablet liegt zwar gut in der Hand und die abgerundeten Kanten bestärken dies noch einmal, aber hintere Glasfläche des Tablets ist dennoch sehr rutschig. Bei einem Betrieb des Tablets ohne eine geeignete Hülle wäre ich da sehr vorsichtig, da es beim Ablegen auf schiefen Ebenen zu rutschen beginnt.
Aus diesem Grund kann ich neben dem Tablet auch die Original Samsung Tastatur-Hülle sehr empfehlen. Diese schützt zu einem das Tablet und zum anderen macht die Tastatur es funktionaler.
Die schmale Kameraeinfassung, die kaum hervorragt ist sehr gelungen. Dies kennt man beispielsweise auch vom Galaxy S7. Das Gewicht ist vergleichbar mit dem iPad.

Ein unschöner Nachteil des Glasgehäuses ist die sehr große Anfälligkeit für Fettschlieren, welche sofort nach dem erstmaligen Berühren des Tablet sichtbar werden. Um ein Putzen des Tablets kommt man nicht herum.

▩ Display ▩

Ich bin sein ein großer Fan des Amoled Display von Samsung seit der ersten Stunde. Das 9,7 Zoll große Tablet löst mit 2.048 x 1.536 Pixel auf. Dies ergibt eine Auflösung von 2K bei einer Pixeldichte von 264 ppi. Hinzu kommen stabile Blickwinkel und ein toller Kontrast von 8.995:1. Dies macht beispielsweise das Streamen über Netflix oder Amazon-Video zu einem optischen Augenschmaus. Die Brillianz des Displays ist sehr überzeugend, welches ihre Stärken bei HDR Inhalten deutlich ausspielt. Diese wirken sehr plastisch. Aufgrund einer maximalen Displayhelligkeit von 468 Candela pro Quadratmeter (Vorgänger Tab S2: 359,7 Candela pro Quadratmeter) ist das Tablet außerdem ziemlich hell, sodass ein Arbeiten im Freien nichts im Wege steht. Im Vergleich schafft es beispielsweise das Microsoft Surface Pro 4 nur auf 375,4 Candela pro Quadratmeter

▩▩ Benutzung ▩▩

▩ Akku ▩

Im Vergleich zum Tab S2 spielt das Tab S3 seine Stärken hinsichtlich der Akkulaufzeit aus. Für das reine Anzeigen einer weißen Webseite oder das Lesen eines E-Books mit weißem Hintergrund reicht der Akku etwa 9 Stunden. Beim Galaxy Tab S2 waren dies nur rund 4 Stunden. Dies kann noch durch den Wechsel des Hintergrundes zum Schwarz gesteigert werden. Ein schwarzer Hintergrund mit weißer Schrift beispielsweise beim Lesen eines E-Books verbraucht noch weniger Akkuleistung. Dies ist den Einstellungen unter Sehhilfen durch Wählen der Funktion Graustufen oder Negative Farben möglich. Um ein umständliches Suchen in den Einstellungen zu vermeiden, hat sich Samsung dazu eine kleine Hilfe ausgedacht. Durch ein dreimaliges Tippen des Homebuttons kann das Farbdisplay per Schnellzugriff auf das energiesparende Graustufen- oder Negativdisplay umgestellt werden. Dies spart ebenfalls bei der Bedienung Zeit.
Beim Streamen von Filmen schauen reicht der Akku etwa 8 Stunden. Getestet habe ich dies bei einer Helligkeit von 25%.

Die Schnellladefunktion des Tablets ist sehr erfreulich. In 30 Minuten wird der Akku um 20% aufgeladen. Nach etwa 2,5 – 3 Stunden ist dieser damit voll.
Deaktiviert man die Schnellladefunktion wird es dann nur noch mit +7%  Akkuleistung pro Stunde geladen. Der Ladevorgang wird damit deutlich in die Länge gezogen und erreicht bis zu 14 Stunden.

▩ S-Pen ▩

Eine wichtige Neuerung und wichtiges Augenmerk liegt auf dem neuen überarbeiteten S-Pen. Dieser löst nun endlich den bereits in die Jahre gekommenen Stift des Note-Tablets ab. Der Stift ist jetzt nicht mehr in Tablet integriert. Dies hat natürlich den Nachteil, dass er damit leichter zu verlieren ist. Aber die Original Samsung Tastaturhülle wartet beispielsweise mit einer Stifthalterung auf.
Aber im Gegensatz zum alten S-Pen ist die neue Variante deutlich größer, sieht und fühlt sich wie ein echter Stift in der Hand an. Man könne meinen man hätte einen Kugelschreiber in der Hand. Auch die Spitzen wurden deutlich überarbeitet, sie fühlen sich auf dem Screen nicht mehr so hart an, sondern simuliert das Gefühl echten Schreibens. Sogar sehr kleines Schreiben ist mit dem S-Pen möglich. Insgesamt ist das Gefühl mit dem  Stift sehr realistisch und kein Vergleich mehr zur vorherigen Version. Außerdem benötigt er keine Stromquelle, nerviges Laden oder Batteriewechsel fällt damit weg.
Im Lieferumfang sind auch noch fünf Ersatzspitzen für den S-Pen mit nötigem Werkzeug für den Wechsel enthalten.
Mit dem S-Pen stehen zahlreiche Funktionen zur Verfügung, welche über ein seitliches Drop-on Menü ausgewählt werden können. Dies sind beispielsweise unspektakuläre Funktionen wie Notiz erstellen, alle Notizen anzeigen oder Vergrößern von Texten.
Aber besonders hervorzuheben ist das Smart-Select und Übersetzen. Mit Smart-Select kann man nun Text in einer PDF-Datei oder einen Bild auswählen und dann extrahieren. Gerade beim Erstellen von Dokumenten ist diese Funktion besonders hilfreich.
Auch die Funktion Übersetzen hat mich überzeugt. Gerade in meinen Vorlesungsskripten (Medizin) kommen immer mal Fachwörter in englischer Sprache vor. Mit dieser Funktion wähle ich das jeweilige unbekannte Wort aus und sofort wird mir dieses übersetzt. Das nenne ich mal effizient.
Ein weiteres funktionales Feature ist die Memo Off Screen-Funktion. Durch drücken und halten der Taste am S-Pen und Schreiben auf dem Standby Bildschirm wird diese Funktion aktiviert. Somit lassen sich Notizen bei gesperrten Tablet anfertigen und speichern. Dies ist besonders hilfreich wenn schnell Notizen angelegt werden müssen. Hat man das Tablet eben noch benutzt startet diese Funktion binnen kürzester Zeit. Wird hingegen diese Funktion aus der „Kalten“ gestartet nach mehrstündiger Nichtbenutzung dauert es einige Sekunden bis die Funktion startet. Dies hängt vermutlich  mit dem Sparen von Energie zusammen.
Auf der Tastatur lässt sich neben der Leertaste die Handschrifterkennung aktivieren. Diese funktioniert erstaunlicherweise sehr gut und effizient. Notizen können damit schnell erstellt und die Handschrift in Text umgewandelt werden.
Wird der Stift nah an das Tablet geführt, deaktiviert dies die Reaktion des Touchscreen auf Berührungen mit der Hand. Damit wird sichergestellt, dass man sich nicht beim Schreiben selbst behindert.

▩ Hardware und Leistung ▩

Samsung verwendet für sein neues Tablet den Snapdragon 820. Dies ist zwar ein High-End-System-on-Chip aber leider des vorigen Jahres. Hingegen aller Erwartungen kam kein Refresh 821 oder gar der Nachfolger Snapdragon 835 zum Einsatz. Als Begründung führt Samsung die Erprobtheit des Snapdragon 820 an. Zwar ist dies schade, angesichts des Preise des Tablets aber die Performance leidet überhaupt nicht darunter. Bisher sind weder Ruckler noch Abstürze bei Anwendungen aufgefallen und das System reagiert sehr flott. Verschiedenste Eingaben werden sofort und ohne Verzögerung umgesetzt. 80 Tabs bei Google Chrome zwingen den 4GB Arbeitsspeicher nicht in die Knie. Außerdem laufen mehrere Apps parallel durch Splitscreen flüssig ab, auch wenn noch über 40 Tabs im Browser geöffnet  sind. Dies ermöglicht ein sehr gutes Arbeiten mit dem Tablet.

▩ Anschlüsse, Anzeigen und Speicher ▩

Ausgestattet wurde das Tablet nur mit einem internen Speicher von 32 GB. Dies empfinde ich gerade für ein Premium-Tablet als zu wenig. Aber samsungtypisch lässt sich dieser Speicher durch eine microSD im Gegensatz zu Apple erweitern. Dabei erkennt das Tablet Speicherkarten bis 256GB. Ich selber benutze die Samsung 256GB EVO Plus-microSDXC als Erweiterung. Positiv hervorzuheben ist, dass unter dem Android 7 Betriebssysteme wie schon bei Android 6 die Speicherung von Apps auf die Speicherkarte nicht behindert werden wenn die jeweilige App es zulässt.
An Anschlüssen findet man an dem Tablet nur den USB-C Anschluss, welcher mit einer Datenübertragungsrate von 10 Gigabit/s den Datenaustausch beispielsweise mit einem Computer sehr einfach gestaltet.
Weitere Anschlüsse wie Mini-HDMI oder Infrarot sind leider nicht mit dabei. Auch auf eine Benachrichtigungs-LED wie man sie von einem Galaxy S7 oder S8 kennt wurde verzichtet. Ich finde diese Funktion gerade bei einem Stumm geschalteten Gerät besonders hilfreich.

▩ Tastatur ▩

Um die Funktionalität des Tab S3 vollständig ausschöpfen zu können, kann ich die Original Tastaturhülle von Samsung nur empfehlen. Sie schützt zum einen das Tablet vollständig vor Kratzer und zum anderen bietet es durch die Tastatur einen besseren Schreibkomfort.
Sehr positiv finde ich, dass die Tastatur mittels eines physischen Anschluss an das Tablet gekoppelt wird. Dies macht die Verbindung stabiler und ist nicht so anfällig wie eine Bluetoothverbindung. Außerdem nerven Bluetoothverbindungen ab und zu, wenn sie überhaupt nicht koppeln wollen.

▩ Sound ▩

Besonders hervorzuheben ist der Sound des Tablets. Ausgestattet ist es mit einem AKG-Quad-Lautsprechersystems, welches mittels 4 Lautsprecher einen räumlichen Stereosound erzeugt. Diese Tonausgabe passt sich durch die verteilten mehreren Lautsprecher sogar der Halterichtung des Tab S3 an. Egal ob hochkant oder quer die Lautsprecher erzeugen einen ausgewogen Stereo-Effekt, welcher weder links noch rechts lauter ist und damit stimmig ist. Zwar sind es kleine Lautsprecher, doch kommen sie meiner Meinung nach an Mittelklasse-Bluetooth-Speaker ran.

▩ Apps ▩

Hinsichtlich der Apps für das Tablet möchte ich nur kurz eine Empfehlung aussprechen. Ich benutze auf dem Tab S3 beispielsweise die App „Tablet für WhatsApp“, um auf meiner WIFI-Variante auch WhatsApp nutzen zu können. Dementsprechende muss aber auch das Handy und das Tablet sich im WLAN befinden.

▩▩ Fazit ▩▩

▩ Pro ▩

+  hochwertige Verarbeitung
+  gestochen scharfes Display
+  sehr hohe Helligkeit des Display
+ verbesserter S-Pen
+ verbesserter Akku gegenüber dem Tab S2
+ Sound mit Stereo-Effekt
+ hohe Leistung

▩ Contra ▩

– geringer interner Speicher
– Glasrückseite
– keine Benachrichtigungs-LED

Insgesamt bin ich mit dem Tablet trotz der aufgezählten Kritikpunkte sehr zufrieden. Gerade leistungstechnisch hat es im Premium-Tablet Bereich gerade sehr viel zu bieten. Außerdem bin ich von den überarbeiteten S-Pen sehr angetan, da dieser zum Schreiben und Arbeiten auf dem Tablet nun hervorragend eingesetzt werden kann. Gerade als Arbeitsgerät für mich in der Universität ist es nicht mehr weg zu denken.

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